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Übersicht: Psychoanalyse und Sozialwissenschaft haben sich seit ihren Anfängen gegenseitig beeinflußt. Während diese Beziehung auf der Ebene theoretischer Annahmen allgemein bekannt ist, wurde die Frage auf der Ebene konkreter Forschungsmethodik bisher weniger diskutiert. Der Aufsatz vertritt die These, daß die der Hermeneutik verbundenen Methoden der qualitativen Sozialforschung zahlreiche Gemeinsamkeiten mit der psychoanalytischen Methode aufweisen. Ihre Rezeption in der psychoanalytischen Klinik und Forschung kann zu einer klareren Konzeptualisierung unbewußter Prozesse beitragen. Umgekehrt hält die psychoanalytische Methode Antworten für bisher ungelöste Probleme der qualitativen Sozialforschung bereit, indem sie deren Kategorienbildung gründet in einem Verständnis von biographischer Arbeit, dessen Grundfiguren und Prozeßstrukturen durch biologische und soziale Einflußfaktoren geprägt sind.