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Es ist kein dickes Buch. Das in ihm enthaltene Arbeitsprogramm für die theoretische wie empirische psychoanalytische Forschung jedoch ist umfangreich: »Psychoanalyse ist bisher ganz überwiegend eine implizit dialektische Theorie und klinische Praxis. Sie in eine explizit dialektische zu überführen bedarf vieler Mühen und jener vielfältigen >Anstrengung des Begriffs<, die Hegel als Aufgabe der dialektischen Vernunft benannt hat.«
Die Notwendigkeit einer solchen dialektischen Explikation ist aus mehreren Gründen nicht mehr abweisbar: Psychoanalytische Begriffe erliegen selbst innerhalb der psychoanalytischen Fachgemeinschaft einer permanenten Mißverständlichkeit, wenn ihre grundsätzliche immanente Widersprüchlichkeit nicht expliziert ist. Und außerhalb der psychoanalytischen Fachgemeinschaft führt das Fehlen einer erkennbaren und stringenten logischen Orientierung selbst bei wohlwollenden Beobachtern zu Verwirrung, Unmut und schließlich abnehmendem Interesse. Innere wie äußere Kommunikation sind behindert.
Das Buch handelt somit von einer theoretischen Forschungsmethode zur Überprüfung und Weiterentwicklung der Psychoanalyse. Es geht um die Untersuchung des Reflexionsniveaus einer Theorie. Mit diesem steht ein theorieimmanentes und der Psychoanalyse an sich durchaus vertrautes Kriterium für ihre Überprüfung zur Verfügung: Berücksichtigt die Theorie in ihrer gegenstandsbezogenen Aussage zugleich die Position des Theoretikers? Ist somit auch die Theorie selbstreflexiv, oder fordert sie Selbstreflexivität nur von ihrem Gegenstand? In letzterem Falle bestünde ein innerer Widerspruch zwischen der Aussage als dem Inhalt der Theorie und der Theorie selbst als Form dieser Aussage. Diese inneren Widersprüche in Theorien waren nun stets der Motor für Klärung und Weiterentwicklung wissenschaftlicher Konzepte in den Humanwissenschaften, und sie sollten auch der Psychoanalyse zu einem solchen Motor werden.
Um die Pluralität von Modellen und Theorien innerhalb der Psychoanalyse erstma