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Die Psychoanalyse ist heutzutage mit Anforderungen konfrontiert, sich gemäß geltender wissenschaftlicher Kriterien zu legitimieren und mit heutigen Identitätsentwürfen sowie gesellschaftlichen Einstellungen und Normen auseinanderzusetzen. Als psychoanalytische Behandlungsmethode innerhalb des Gesundheitssystems muß sie den Nachweis ihrer Effizienz erbringen und sich gegenüber anderen, nicht-psychoanalytischen Therapieverfahren behaupten. Psychotherapieverfahren von längerer, mittlerer und kürzerer Dauer beherrschen zunehmend das Feld, und die hochfrequente Behandlungsmethode der Psychoanalyse mit ihrem Anspruch, nicht nur die Symptomatik zu behandeln, sondern dauerhafte strukturelle Änderungen und Entwicklungen der Persönlichkeit zu erzielen, droht als nicht mehr zeitgemäß marginalisiert zu werden. Zwar verfügt die Psychoanalyse heute über eine Reihe unterschiedlicher Therapiemethoden in unterschiedlichen Settings für verschiedenartige seelische Störungen, dennoch bleibt die Standardmethode nach wie vor ein zentrales Behandlungsverfahren, mit dem wichtige Erkenntnisfortschritte erzielt werden können für das Studium der psychischen Realität mit ihrer unbewußten Verankerung und Formung, intrapsychischer und intersubjektiver Konfliktdynamiken, die das Selbst und seine Strukturen prägen, sowie für die Untersuchung von seelischen Entwicklungsdefekten und Traumatisierungen. Immer noch gilt, was Leo Stone 1961 in seiner klassischen Studie über die psychoanalytische Situation herausgearbeitet hat: daß wir in ihr ein Instrument von einzigartiger wissenschaftlicher Produktivität und außerordentlicher psychodynamischer Reichweite und Wirkung haben.
Obwohl dem vermutlich alle Psychoanalytiker zustimmen werden, sind sie sich über klinische Theorie und Behandlungsregeln in der psychoanalytischen Situation nicht mehr einig. Durch eine sich zentrifugal auswirkende wissenschaftliche Dynamik hat sich die sogenannte klassische Theorie und Behandlungstechnik aufgefächert in ganz untersc