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Die Autorin wirft die Frage auf, warum es oft so schwer fällt, ininnerhalb der Psychoanalyse eine Kultur der gegenseitigen Akzeptanz und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung zu schaffen. Sie diskutiert die Frage, inwieweit es trotz aller Differenzen einen »common ground« gibt, eine forschende Grundhaltung, die klinisch und extraklinisch forschende Psychoanalytiker kennzeichnet und von anderen Therapieansätzen und Forschern abgrenzt. Sie plädiert dafür, »Forschen« und »Heilen« in der Psychoanalyse wieder vermehrt zusammenzudenken, weil beides in dieser wissenschaftlichen Disziplin zusammengehört und ein Spezifikum der Psychoanalyse ist. »Forschen« kann nicht mit »science« oder mit empirischer Forschung gleichgesetzt werden, und »Heilen« ist nicht nur professionell-therapeutische Kunst und intuitives »Berufswissen«. Statt dessen geht es darum, den charakteristischen psychoanalytischen Erfahrungsbegriff und die damit verbundenen »spezifischen Erfahrungen« und »Erkenntniswerte« herauszuarbeiten und dadurch die Spezifität der psychoanalytischen Wissenschaftim Kanon anderer, ebenso spezifischer Wissenschaften offensiv und selbstbewußt zu vertreten. Die Reflexion einer »forschenden Grundhaltung« als eines »common ground« von Psychoanalytikern kann — so die These der Autorin — zu einer Kultur der Wertschätzung und des produktiven Austauschs beitragen.