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Der Autor untersucht die Probleme, die sich aus der Anwendung psychoanalytischer Theorien in der Praxis ergeben. Theorien erweisen sich als subjektgebunden. Der Analytiker geht ein aktives und persönliches Engagement mit bestimmten Theorien ein. Theorien haben eine Funktion für die Identitätsbildung des Analytikers, und sie vermitteln in schwierigen klinischen Situationen Sicherheit. Die Untersuchung des Erkenntnisprozesses in der klinischen Situation zeigt darüber hinaus, daß die offiziellen Theorien meist vorbewußt mit sogenannten privaten impliziten Theorien des Analytikers angereichert und amalgamiert werden. Dieser Sachverhalt ist in der Regel nicht als idiosynkratische Verzerrung zu verstehen, sondern erweist sich als eine der Bedingungen zur Weiterentwicklung psychoanalytischer Konzepte. Dargestellt wird ein Vektormodell des impliziten theoretischen Denkens, das als Instrument zur Untersuchung der privaten Theorien des Analytikers von einer Arbeitsgruppe der Europäischen Psychoanalytischen Föderation entwickelt worden ist.