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»Ich sitze mit einem Philosophen im Garten; er sagt zum wiederholten Male: »Ich weiß, daß das ein Baum ist«, wobei er auf einen Baum in der Nähe zeigt. Ein Dritter kommt daher und hört das, und ich sage ihm: Dieser Mensch ist nicht verrückt: Wir philosophieren nur« (Wittgenstein 1951, € 467).
Für viele, die mit Bions Denken nicht vertraut sind, mag beim ersten Lesen von Aufmerksamkeit und Deutung in der Tat der Eindruck entstehen, daß sie eher ein esoterisch bis skurril anmutendes »Handbuch für Pilger in eine sonderbare Welt« (Meltzer 1978, S. 94) vor sich haben als eine psychoanalytische Abhandlung. Und auch Bion selbst bezweifelt, daß, außer einem praktizierenden Psychoanalytiker, jemand dieses Buch verstehen kann. Deshalb ist es sinnvoll, kurz zu skizzieren, in welchem Kontext seines Schaffens dieses Buch angesiedelt ist. Aufmerksamkeit und Deutung bildet den Schlußstein von dem, was man Bions »epistemologische Phase« genannt hat, welche die Bücher Lernen durch Erfahrung (1962), Elemente der Psychoanalyse (1963), Transformationen (1965) und Aufmerksamkeit und Deutung umfaßt. In dieser wohl schöpferischsten Periode seines Denkens entwickelt Bion ein ebenso ehrgeiziges wie schwindelerregendes epistemologi-sches Doppelprojekt. Zum einen soll eine umfassende Entwicklungsgeschichte des psychischen Erlebens (= Theorie der emotionalen Erfahrung) und Verhaltens (= Theorie des Denkens) geschrieben werden. Zum anderen will er uno actu mit Hilfe eines logisch-mathematischen Notationssystems (Grid etc.) die Grundlagen einer wissenschaftlich begründeten Psychoanalyse schaffen, die es ihm erlauben, die im Behandlungszimmer gemachten psychoanalytischen Erfahrungen auf exakte Weise zu erfassen und sich über diese mit Kollegen fachlich auszutauschen.
Im letzten Teil der Transformationen, als Bion die Phänomene der Halluzination zu erhellen versucht, stößt er jedoch in einen Bereich des Psychischen vor — er nennt ihn »O« oder »letzte Realität« —, an dem sein logisch-mathematisches