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Dies ist ein Buch aus der Praxis für die Praxis. Herbert Will — in der Münchener Akademie für Psychoanalyse seit langer Zeit mit der Ausbildung zukünftiger Analytiker befaßt — wirft die Frage auf, wie denn Qualität in der analytischen Arbeit beurteilt werden kann, wo es gegenwärtig so viele disparate psychoanalytische Positionen, Theorien, Konzepte und Techniken gibt. Ob sich ein »common ground« formulieren läßt, der für alle psychoanalytischen Schulen gilt, beschäftigt die Psychoanalyse seit mindestens drei Jahrzehnten. Wallerstein glaubte noch, aus der klinischen Praxis eine gemeinsame Basis herausfiltern zu können. Will sieht diesen Versuch-wie viele andere auch — als gescheitert an. Aufgabe sei jetzt, die Pluralität in der Psychoanalyse anzuerkennen, mit ihr umzugehen zu lernen und trotzdem Qualität zu umreißen.
Doch wie kann man in einem plural geprägten Feld zu »Standards und Zielen für die psychotherapeutische Ausbildung und Praxis« kommen, wenn es keine Position gibt, der es zukäme, darüber zu entscheiden? David Tuckett hat die EPF angeregt, sich diesen Fragen intensiv zu widmen. Er geht von der Beobachtung aus, daß Kompetenzkriterien unter Analytikern nicht derart unterschiedlich sind wie ihre Theorien und Konzepte. Liegt nämlich erfahrenen Analytikern eine detaillierte Darstellung einer analytischen Behandlung (einschließlich Stundenprotokollen) vor, kommen sie zu hoher Übereinstimmung darüber, ob die Behandlung ausreichend kompetent geführt wurde oder nicht, und das auch dann, wenn sie selbst anders arbeiten würden. Welche impliziten Bewertungskriterien sie dabei anlegen, haben Lehranalytiker aus verschiedenen Schulen und Instituten in kleinen Arbeitsgruppen an konkretem Material untersucht und in einem Evaluierungs-bogen (»What our graduates could do«) zusammengefaßt.
Will hat diese Idee für sein Institut aufgegriffen. Die impliziten Bewertungskriterien erfahrener Analytiker entnimmt er den Berichten von Supervisoren über die Arbeit von Kandidaten aus vier