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Ronald Britton gilt als einer der führenden Vertreter der postkleinanischen Psychoanalyse und ist in Deutschland vor allem durch seine Beiträge zur Londoner Westlodge Konferenz (Tübingen , , ), sein Buch Glaube, Phantasie und Realität und seine Theorie über die Rolle des »Penis als Verbindung« in der elterlichen Sexualität bekannt geworden. Viele der in diesen Veröffentlichungen angeschnittenen Themen kehren auch in seinem neuesten Buch wieder. Britton läßt uns darin nicht nur an seiner langjährigen klinischen Erfahrung teilhaben. Er unterzieht auch die von ihm entwickelten psychoanalytischen Theorien einer gründlichen Überprüfung und zeigt, wo sie sich klinisch bestätigt haben und wo sie einer Erweiterung oder auch Revision bedürfen.
Das Buch hat drei Teile, die thematisch eng miteinander verflochten sind. Der erste Teil befaßt sich mit dem Thema der Hysterie und den erotischen Phantasien, die darin eine herausragende Rolle spielen. Der zweite Teil konzentriert sich auf die Beziehung von Ich und Über-Ich und der Aufgabe des Ich, sich von den zerstörerischen Einflüssen des Über-Ich zu emanzipieren. Der dritte Teil beschäftigt sich mit den verschiedenen Erscheinungsformen des Narzißmus, der für Britton in erster Linie einen Versuch darstellt, einem zerstörerischen Über-Ich zu entkommen.
Das psychoanalytische Konzept der Hysterie gilt heute, wo wir es vorwiegend mit Depressionen und Borderlinestörungen zu tun haben, als weitgehend überholt. Freud hatte seine entscheidenden psychoanalytischen Einsichten um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert vor allem im Umgang mit hysterischen Patientinnen entwickelt. Die Frage der sexuellen Ätiologie spielte dabei eine herausragende Rolle. Mit der Hinwendung der Psychoanalyse zur Ichpsychologie und Objektbeziehungstheorie verlagerte sich das Interesse aber immer mehr auf die frühe Mutter-Kind-Beziehung, und Fragen der psychosexuellen Entwicklung traten in den Hintergrund (Green, Psyche 52, S. 1170-1191). Britton tritt dieser