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Übersicht: Die Schwierigkeit, häufig nur subtil wahrgenommene Besonderheiten in der Beziehung deutsche/r Analytiker/in und türkische/r Analysand/in psychoanalytisch zu beschreiben, scheint sich aus der kulturellen Einbettung der psychoanalytischen Theoriebildung in der jüdischchristlichen Tradition zu erklären. In der psychotherapeutischen Behandlung der zweiten Migrantengeneration muß nicht nur die Problematik der kulturellen Identität zwischen Herkunftskultur und umgebender Kultur beachtet, sondern auch Verständnis für transgenerationell wirksame Konflikte der Elterngeneration zwischen islamischer Tradition und westlicher Moderne aufgebracht werden. Anhand dreier Fallvignetten wird die Bedeutung der Wechselwirkungen von historischer Entwicklung, sozioökonomischen Bedingungen, sozialer Organisation, normativen Werten und der Persönlichkeitsentwicklung der in der Migration aufwachsenden Generation herausgearbeitet. Die psychoanalytische Theorie mit ihrem anderen kulturellen Hintergrund wird dabei nicht als unzureichend, sondern als notwendige »Achse« angesehen, an der sich die kulturellen Unterschiede beschreiben lassen.