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Am 4. November 1926 wurde die Société psychanalytique de Paris (SPP) gegründet, und Anfang 1927 erscheint das erste Heft des ersten Jahrgangs der Revue Française de Psychanalyse, worin die Gründung der SPP angezeigt wird. »Anläßlich der Feier des 80jährigen Bestehens unserer Gesellschaft«, so Klio Bournova und Vassilis Kapsambelis, die Autoren der Einleitung, »soll das vorliegende Heft Beiträge vereinen, die um das Thema Institution angesiedelt sind.«
Indem sich die Psychoanalytiker institutionell organisierten, wurden auch sie zum Objekt einer Massenpsychologie-Studie im Sinne Freuds. Entsprechend ist die Geschichte der psychoanalytischen Bewegung reich an Illustrationen dessen, was die Psychoanalyse als charakteristisch für menschliche Gruppen herausgearbeitet hat: »Heldenmythos und wilde Horde, untereinander verschweißte Mitglieder im Namen einer Sache in einer als feindlich, ja verfolgend gesehenen Umgebung, Revolte gegen den Urvater, gefolgt von seiner sofortigen Wiedereinsetzung in einer anderen Gruppe, verbunden mit der Wiederholung der wirklichen oder vermeintlichen Fehler seines Vorgängers, Abspaltungen und >Narzißmen der kleinen Unterschiede< …« — Gleichwohl hörte die Diskussion in der Psychoanalyse niemals auf, nicht die Reflexion: »Wie artikulieren sich in einer psychoanalytischen Gemeinschaft Eros und Thanatos? […] Wie navigiert man zwischen Synthese der Gegensätze und Bewahrung des Essentiellen, das heißt zwischen dem potentiell todbringenden Konsens und der möglicherweise ebenso todbringenden Konfrontation? Was verliert, was gewinnt man, wenn man zusammenbleibt, sich trennt? Und auf welche Weise wird Kreativität bewahrt? Fragen, die anzugehen sich lohnt, zumal in der französischen psychoanalytischen Bewegung, die, vielleicht häufiger, als gut für sie war, die Heftigkeit der Debatten und den Riß der Abspaltungen erlebt hat.« Damit ist das französische Spezifikum benannt. Hören wir hinein:
Janine Chasseguet-Smirgel konnte ihre frühere Rede zur 50-Jahr-Fei