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Übersicht: Es ist ein oft beschriebenes Paradox, daß in dem historischen Moment, da die bildenden Künste die Zentralperspektive wieder zerlegt und sich von ihr abgewandt haben, diese vom Film übernommen wurde, der dann mit genau dieser Perspektive zum künstlerischen Leitmedium wurde. Von Anfang an gab es jedoch auch politische und Stilrichtungen im Film, die den imperialen Zwang der zentralperspektivischen Raumkonstruktion und ihre illusionsstiftende Ausrichtung auf den magisch-omnipotenten Betrachter unterliefen und gegen diesen Zwang ihre eigene ästhetische Linie gesetzt haben. Im filmtheoretischen Diskurs werden diese Richtungen auch als »Maßnahmen gegen den Raum« bezeichnet. In Analogie zu diesem Begriff sehen die Autoren in dem Film 21 Grams von Iñárritu eine Maßnahme gegen die Zeit. Darum könne dieser Film auch nicht, ohne ihm Gewalt anzutun, im konventionellen Zeit-Narrativ nacherzählt werden. Um dem Rechnung zu tragen, wählen sie das methodische Verfahren, das auch im psychoanalytischen Erstinterview favorisiert wird. Sie beginnen radikal mit der Rekonstruktion der ersten Szenen des Films und konzentrieren sich dabei formal auf die Verbindungen, die sich aus den Schnitten ergeben.