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In eXistenZ von David Cronenberg (USA ) und Mulholland Drive von David Lynch (USA ) sind psychische Realität und äußere Realität für den Zuschauer kaum noch zu unterscheiden. Narzißtische und psychotische Ängste der Protagonisten bilden Dreh- und Angelpunkte des Leinwandgeschehens. Um die zwei Filme zu »verstehen«, muß sich der Betrachter auf ihre Psycho-Logik einlassen. Dies erzeugt nicht nur Lust-, sondern auch Angstgefühle und ruft damit diverse Abwehrmechanismen auf den Plan.
Im Drei-Instanzen-Modell der Psychoanalyse (Ich-Es-Überich) fungiert das Ich als Hüter der Realität. Mit Hilfe von Funktionen wie Wahrnehmung, Denken, Realitätsprüfung und Abwehr gewinnt es relative Autonomie gegenüber den Einflüssen des eigenen Unbewußten, aber auch gegenüber der Umwelt. In der Regel erstreben wir aber mehr als eine die inneren Wünsche und Ängste balancierende Anpassung an die Realität. Wir möchten uns vielmehr weiter entwickeln, indem wir uns im Laufe unseres Lebens von den verschiedensten Erfahrungen auf jeweils spezifische Weise berühren und verwandeln lassen. Dabei »verlieren« wir uns in unzähligen mehr oder weniger realistischen Selbstzuständen. Erst im nachhinein gelingt es dem Ich, sich diese Erfahrungen reflexiv anzueignen (Eberhard 2005).
Unser Selbst ist weniger kohärent als die innerseelischen Vorstellungen und Repräsentanzen, die wir uns von diesem Selbst erschaffen. Das Ich ist keine festgefügte Instanz, sondern auch ein immer wieder von Ängsten gefährdeter Prozeß des Ausschwärmens in die Welt der Anderen oder — psychoanalytisch ausgedrückt — in die Welt der inneren und äußeren Objekte (vgl. Bollas, zit. bei Eberhard 2005, S. 81). Ohne den ständigen Wechsel zwischen Realität und Phantasie kommen wir nicht zurecht. Beide Zustände greifen ineinander, damit sich das Leben weiter entwickelt. Dieser Prozeß ist störanfällig. Wenn das Ich fragmentiert, verliert es die Steuerung bei seinem Pendeln zwischen d