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Der Film Dead Man erzählt von der Reise eines jungen Mannes von Cleveland, dem Ort seiner Herkunft, in den Westen Amerikas zu einer Stadt mit Namen »Machine« und von dort aus mit einer Kugel in der Brust weiter zu dem Indianerdorf, von wo aus ein Kanu ihn sterbend ins Meer hinausträgt. Dead Man ist die Geschichte einer Reise in den Tod. Formal präsentiert er sich als Wildwestfilm im Stil der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts und mit der für dieses Film-Genre typischen Betonung von Gewalt. Er ist aber auch ein Film, der mit fortschreitender Handlung immer mehr nach innen führt. Dies ist auch einer der Gründe, warum der Film in schwarzweiß gedreht ist. Farben erinnern, so Jarmusch, zu sehr an eine uns vertraute Welt, während Dead Man sich von dieser Welt immer weiter entfernt.1 Die in schwarzweiß gedrehten Szenen steigen teilweise wie Traumbilder aus dem Dunkel der Leinwand auf, um nach wenigen Minuten wieder zu erlöschen, bis aus dem Schwarz heraus ein neues Traumbild auftaucht. Sie folgen auch keinem chronologischen Handlungsablauf, sondern spiegeln innere Gefühlszustände wider, in die sich der Zuschauer hineingezogen fühlt. Das begleitende Gitarrenspiel Neil Youngs verstärkt diesen regressiven Sog. Die Parallelen, die sich von hier zum psychoanalytischen Traumverständnis und zur psychoanalytischen Theorie innerer Objekte ziehen lassen, liegen auf der Hand. Wir werden darauf zurückkommen und zunächst das unbewußte Thema herausarbeiten, das diesen Film aus unserer Sicht durchzieht.
Der Film vermittelt eine Unsterblichkeitsphantasie, in der sich Todesangst und Verzweiflung in ein Phantasma vom Tod als Heimkehr verwandeln, einer Heimkehr zurück an den Ort unserer Herkunft, in dem es weder Trennung, Schuld noch Tod gibt. Das Leben erscheint dabei lediglich als Umweg, um wieder dorthin zu gelangen. Freud sprach von der Sehnsucht des Menschen zurück in den Mutterleib als der Örtlichkeit, in der jeder einmal und zuerst geweilt hat und die deshalb oft als unhe