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Die Autorin zeigt bei einem Rückblick auf die Geschichte der Kinderbetreuung, daß mütterliches Verhalten in vier Jahrtausenden einem erstaunlichen Wandel unterlag. Sie beschreibt Pendelbewegungen zwischen historischen Epochen, in denen mal die mütterliche, mal die nicht-mütterliche Betreuung von Kleinstkindern dominierte, was wesentlich damit zusammenhing, ob der Mutterschaft eine hohe oder geringe gesellschaftliche Wertschätzung zuteil wurde. Unter Bezugnahme auf die Theorie zur weiblichen Entwicklung von Alizade (2006) erläutert die Autorin, daß bei Frauen der westlichen Welt seit den letzten 40 Jahren der »non-maternal psychic space«, also Fähigkeiten und Einstellungen, die unabhängig von Mutterschaft sind, in der gesellschaftlichen Wertschätzung und den individuellen Lebensentwürfen von Frauen Priorität bekommen haben. Psychoanalytiker sollten ihr Wissen in die öffentliche Diskussion dieser Entwicklung und aktueller Fragen der außerfamiliären Betreuung einbringen, wie dies in der Psychoanalyse seit 100 Jahren Tradition ist.