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Nach einer Synopsis aktueller tagespolitischer Debatten zur frühkindlichen, nichtelterlichen Betreuung und ihren Folgen gibt der Autor einen Überblick über die wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema. Die mittlerweile vorliegenden Untersuchungen konnten in den drei bisher gründlich erforschten Entwicklungsbereichen Bindungsqualität, kognitive Entwicklung und Aggressionsentwicklung keine wesentlichen oder dauerhaften Unterschiede zwischen Kindern finden, die von ihren Müttern betreut wurden, und solchen, die ganztägig in Kinderkrippen oder von Tagesmüttern betreut wurden. Diese Aussage gilt jedoch nur, wenn die nichtelterliche Betreuung bestimmte Qualitätsstandards erfüllt, die allerdings oft nicht gegeben sind. Besonderes Augenmerk wird auf die Einordnung der jüngsten Ergebnisse der NICHD-Studie zur Aggressionsentwicklung gelegt. Danach werden Alternativen zur traditionellen Rollenteilung in der Kindererziehung skizziert. Abschließend weist der Autor auf die Grenzen von mit quantitativ-statistischen Methoden erhobenen Befunden zur Kindesentwicklung hin und betont, daß sich aus solchen Befunden keine Empfehlungen für den Einzelfall ableiten lassen.