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Um es gleich vorweg zu sagen: Dies ist ein empfehlenswerter, interessanter Sammelband mit enorm vielen ausführlichen Falldarstellungen, einer großen Anzahl klinisch relevanter Aspekte und einigen klugen konzeptionellen Gedanken zur Bedeutung des Vaters. Dennoch kann man beim Lesen den Eindruck bekommen, daß vielleicht etwas fehlt und daß das möglicherweise mit dem Thema zu tun hat. Aber hierzu später.
Gleich im ersten des in drei Teile gegliederten Bandes, »Der Vater in der Vorstellung«, finden sich die meisten Arbeiten mit originellen theoretischen Gedanken. Ronald Britton entwickelt in seiner Arbeit von 2002, die hier erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt, sein Konzept eines »Athene-Antigone-Komplexes«, in dem es, vor dem Hintergrund problematischer Mutterbindungen, um die Idealisierung der Beziehung zum Vater geht. In der Athene-Position erlebt sich die Tochter als »Reinkarnation seiner Macht« und seiner Ideen, identifiziert sich also mit dem väterlichen Phallus. In der Antigone-Position hingegen wird die Tochter zur »unerläßlichen Dienerin und Wächterin« des Vaters, zur »Garantin seines Fortbestehens«, stützt also den väterlichen Phallus. Im Kern beider Positionen erkennt Britton eine »Geringschätzung der Frau und des weiblichen Körpers« (S. 74f.) und arbeitet heraus, daß Freuds »weiblicher Kastrationskomplex« weder völlig zu verwerfen noch als »für Frauen allgemeingültig« zu betrachten ist, sondern daß es sich hierbei um ein »spezielles Syndrom« handelt, »das bei manchen Frauen ins Auge fällt und bei Männern seine Entsprechung hat« (S. 85). Damit gelingt Britton nichts geringeres, als Freuds »weiblichen Kastrationskomplex« dorthin zu rücken, wo er hingehört, nämlich in den Kanon klinisch relevanter Symptome.
Ähnlich faszinierend ist die an Lacans berühmtem »Nom/non du père« orientierte Arbeit von Raymond Borens mit dem schönen Titel »Unser Vater/Vater unser«. Dieser Text berührt am ehesten den ansonsten in dem Band nicht vorkommenden Grundkonflikt des Väterl