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Vor dem Hintergrund einer »rettenden Kritik« der späten Moses-Arbeit von Freud diskutiert der Autor den Vorschlag von Jan Assmann, das Konzept des kulturellen Gedächtnisses um den Begriff des Unbewußten zu erweitern. Mit Assmann wird der historisch nicht haltbare Moses-Mord als Zentralmoment jüdischer Religionsgeschichte preisgegeben, an seine Stelle jedoch — hier Freud weiterführend — die Beschneidung als traumatisch wirkende Gründungsgewalt in ihr Recht eingesetzt: als wichtigster Einflußgröße für das Auftauchen der monotheistischen »Gegenreligion«. Ein elaboriertes Konzept des kulturellen Gedächtnisses hätte, so die These, entgegen der einseitigen Privilegierung des Schriftgedächtnisses durch Assmann die Rolle des Körpergedächtnisses als Träger des Unbewußten in der Kultur zu würdigen.