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Die Einleitung (Michèle Bertrand, Albert Louppe) zu diesem in 2007 zweiten Band der Revue française de Psychanalyse, der den Beziehungen zwischen »Neurowissenschaften und Psychoanalyse« gewidmet ist, ist kurz: Keine Stellungnahme, nur einige wenige Fragen, insgesamt eher eine vorsichtige Distanz. Der Einfluß der Fortschritte der Neurowissenschaften auf die psychoanalytischen Konzeptualisierungen, aber auch umgekehrt, der Einfluß der Psychoanalyse auf die Neurowissenschaften, sei schwierig zu erfassen. Noch vor ca. 15 Jahren herrschte ein der Psychoanalyse gegenüber ablehnend eingestellter Szientismus, der alles Psychische mit Neurophysiologie zu erklären können meinte. Weitgehend habe sich jedoch die Einsicht durchgesetzt, daß das menschliche Wesen ein komplexes Objekt ist, das durch sein kulturelles und sprachliches Milieu ebenso bestimmt ist wie durch seine familiäre und soziale Umgebung und schließlich auch durch seine körperlich-genetische (und damit u. a. neuronale) Ausstattung. Wie geht die französische Psychoanalyse diese Komplexität an? Man taucht weder begeistert in die neurowissenschaftlichen Befunde ein, die vermeintlich Freud bestätigten — bestätigen sie doch nur den Weg, von dem er sich abgewandt hat! —, noch polemisiert man gegen ihren Erkenntnisanspruch. Nach einigen Parcoursritten mit den Neurowissenschaften durch unterschiedliche Ebenen des Gehirns (auf deren Wiedergabe wir verzichten), dessen Funktionen häufig recht umstandslos mit alltagspsychologischen Begriffen wie Emotion, Trieb, Liebe etc. (die auch die Psychoanalyse verwendet!) verbunden werden, wird eine Metaebene eingenommen, von der aus das Problem als ein im Grunde schon bekanntes benannt wird: Es geht bis heute um das Verhältnis von Psyche und Soma, auch dann noch, wenn »Soma« durch »Gehirn« ersetzt wird. Das Gehirn ist und bleibt nicht weniger fremd, als es der übrige Körper bisher schon gewesen war: ein Anderes, ein Gegenüberstehendes, wobei die offenkundig als unerträglich empfundene