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Welche Psychoanalytikerin, welcher Psychoanalytiker würde sich von diesem Titel nicht angesprochen fühlen! Ralf Zwiebel thematisiert und führt aus, was nur zu oft schamhaft verschwiegen wird: Psychoanalysieren ist mit Angst verbunden. Und dies nicht bloß aus kontingenten Gründen und in Situationen, in denen sie überwältigend wird, sondern grundsätzlich. Angst ist der zentrale Affekt des Menschen, stellt Zwiebel einmal lapidar fest. Wenn Verdrängung im besonderen und Abwehr im allgemeinen dem Ziel dient, Angst und psychischen Schmerz in Grenzen zu halten, ist die Angst auch ein konstitutives Phänomen der psychoanalytischen Situation: Die Konfrontation mit dem Unbewußten, dem eigenen und dem fremden, die Wiederkehr des Verdrängten und seine unmittelbare Erfahrung in der Übertragung machen Angst. Man müßte einmal die gesamte psychoanalytische Ausbildung, die eigene Analyse, die Supervision und die Auseinandersetzung mit der Theorie unter dem Gesichtspunkt aufrollen, diese Angst nicht bloß zu bewältigen, sondern sie für die analytische Arbeit fruchtbar zu machen. Ralf Zwiebel verweist gelegentlich darauf.
Erst wenn es gelingt, Angst als Signal wahr- und in Gebrauch zu nehmen, kann sich analytisches Behagen einstellen, ohne das analytisches Arbeiten eine ewige Qual bliebe. Als Angelpunkt, um den sich die Angst des Analytikers dreht, übernimmt er den von André Green geprägten Begriff derphobischen Position, füllt ihn allerdings auf eigene Weise. Als phobische Position versteht er »Einstellungen, Annahmen und Handlungsmuster, die zu einer Hemmung und Vermeidung der Funktionen der inneren Arbeitsweise des Analytikers führen und die nicht rational begründbar sind, sondern ihre vorwiegende Quelle in konflikthaften Mustern des Analytikers haben« (S. 202f.).
Wer sich zunächst über das Problem, »Über die Rolle der Angst in der seelischen Arbeit des Analytikers« (Teil III), ins Bild setzen möchte und sich danach Zwiebels Instrumenten, Mitteln und Konzepten in der »seelischen Arbeit