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Der Band vereint die Vorträge der Jahrestagung der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) im Jahr 2003, die für die schriftliche Veröffentlichung zum Teil überarbeitet und erweitert worden sind. Die Tagung und das Buch haben sich eines aktuellen klinischen Themas angenommen: Die schweren Persönlichkeitsstörungen bzw. die Borderline-Störungen haben die Psychoanalytiker in den letzten Jahrzehnten vermutlich mehr als jede andere psychische Erkrankung herausgefordert. Einerseits sind sie mit einer konventionellen psychiatrischen Behandlung offensichtlich falsch und unzureichend behandelt — sie sprechen wenig auf Medikamente an, die Patienten sind oft wenig kooperativ, sie können psychiatrische Praxen und Stationen chaotisieren, verlangen oft viel mehr Aufmerksamkeit als andere Patienten, und es kommt häufig zu suizidalen, passager psychotischen und aggressiv-konfrontativen Zuspitzungen. Andererseits sind die psychoanalytischen Behandlungen langdauernd, von Krisen durchsetzt oder gar unterbrochen, durch affektive Verwicklungen, starke szenische Elemente und heftige Gegenübertragungsreaktionen gekennzeichnet. Nicht wenige Psychoanalytiker sehen in der Borderline-Störung die Krankheit der modernen Zeit mit ihrer oft behaupteten Tendenz zur Vereinzelung, Selbstbezogenheit und Bindungslosigkeit. Die Borderline-Störung somit als aktuelle Referenzkrankheit der Psychoanalyse, wie es dieHysterieanderWendevom 19. zum 20. Jahrhundert war? Dieser Gedanke scheint zumindest implizit den Tagungsband zu durchziehen.
Der Band wird mit einer Einführung von Christa Rohde-Dachser eröffnet, die ihre große Erfahrung und langjährige Beschäftigung mit dem Thema für eine klare Übersicht einzusetzen weiß. Nach einer kurzen und prägnanten Beschreibung der Merkmale der Borderline-Störung benennt sie die für das Verständnis wichtigen theoretischen Weiterentwicklungen der Psychoanalyse.
Die ausgeprägte Neigung von Borderline-Patienten zur szenischen Kommunikation in Form von Inszenierungen, E