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Der Essay bietet eine kritische Zusammenfassung verschiedener psychoanalytischer Interpretationen von Hamlet, darunter die des französischen Psychoanalytikers Pierre Bayard (Enquěte sur Hamlet, ), der mit detektivischer Akribie den Helden als Schuldigen überführt. Shakespeares Theaterstück gilt als Höhepunkt des Paradoxons und der Ambiguität, die viel zu seiner bis heute ungebrochenen Faszination beitragen. Statt willkürlich zu entscheiden, ob nun Hamlet oder Claudius der Mörder ist, schlägt die Verfasserin eine dritte Hypothese vor, die den klassischen Konflikt Hamlets in einen völlig neuen Sinnzusammenhang stellt. Schließlich untersucht sie den heuristischen Wert des Stücks, das sowohl als Paradigma als auch als Detektivroman die psychoanalytische Theorie und Praxis neu befruchten kann.