You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Dualismus von Eros und Thanatos ist ein ebenso umstrittenes wie grundlegendes metapsychologisches dualistisches Ordnungs-modell der Psychoanalyse. Die vorliegende Arbeit überprüft die wichtigsten Kritikpunkte am Freudschen Todestriebkonzept und zeigt, daß sie am Anliegen Freuds vorbeigehen. Sie bewahrt das Todestriebkonzept und schlägt eine Triangulierung des Dualismus vor, wobei als Vermittlungsinstanz zwischen den Polen des Eros und des Todestriebs die Anerkennung von und der Umgang mit Differenz eingeführt werden. Zunächst wird dieser Vorschlag theoretisch begründet. Die Argumentation stützt sich u. a. auf die dekonstruktivistische Philosophie von Derrida und die psychoanalytischen Konzepte insbesondere von Bion, Lacan und Green. Dann werden die Zerstörung und Erhaltung von Differenz anhand eines Fallbeispiels (Eßstörung), einer immer bedeutsamer werdenden Symptomatik (Selbstverletzung), aber auch im Kontext kultureller Phänomene (mediale Inszenierung von Erregung) untersucht.