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Nicht unbekannt ist das Phänomen, daß grundlegende psychische Entwicklungsfortschritte für Patienten eine tödliche Gefahr bedeuten können. In einem von mir berichteten Fall (Schneider 2005) zeigte sich das in einer Phase, in der die analytische Arbeit im Paradigma des durch den Rahmen gehaltenen Übertragungs-/Gegenübertragungsprozesses mit dem Hauptinstrument der Deutung nicht weiterführte und der Suizid, um den es bei diesem Patienten strukturell ging, zu einer realisierungsnahen Möglichkeit wurde, bis sich schließlich, gänzlich unvorhergesehen und verbunden mit einer speziellen temporären Durchbrechung des Rahmens, doch eine Lösung durch eine Übertragungsdeutung im Hier-und-Jetzt einstellte.
In der beschriebenen Situation gab es innerhalb des untangierten analytischen Paradigmas kein Vorankommen, und zwar aus einem prinzipiellen Grund: Das Analysieren selbst bedrohte den Patienten ab einem bestimmten Punkt in elementarer Weise, weil für ihn die Gleichung »erkannt werden = vernichtet werden« bestand (vgl. auch Schneider 2007, S. 663-673). Aufgrund der dem Analysieren inhärenten Ausrichtung auf das Verstehen geriet es mit diesem Patienten also in ein Nicht-weiter-Kommen, in eine Aporie (Ausweglosigkeit) oder aporetische Situation.
Aus einer solchen aporetischen Situation herauszukommen ist nicht mittels einer »methodisch ableitbare[n] Lösung«, sondern, wenn überhaupt, nur in einem »kreativen Akt« möglich (Schneider 2006, S. 902). Das Herauskommen aus der aporetischen Situation gelingt also nicht in einer bruchlosen Kontinuität mit dem Arbeiten im untangierten analytischen Paradigma (»methodisch ableitbar«) - daher die zugespitzte Formulierung: Analysieren heißt, Analysieren möglich zu machen (S. 903). Das Besondere an dieser Situation ist, daß in ihr die Existenz des Analytikers als Analytiker zum Problem wird, eben weil das, was ihn ausmacht, das Analysieren, grundsätzlich erschüttert wird.
Das Aporie-Konzept habe ich in zwei thematisch unt