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Luzifer-Amor, die »weltweit älteste Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse« (S. 5), wie Michael Schröter als Herausgeber mit Stolz hervorhebt, feiert ihr zwanzigjähriges Bestehen mit einem glänzenden Heft, das Kurt R. Eissler als dem Nestor der Freud-Forschung gewidmet ist.
Fast die Hälfte dieses Jubiläumsbandes nehmen die von Thomas Aichhorn und Schröter sorgfältig annotierten und kommentierten umfangreichen Auszüge aus dem Briefwechsel ein, den Kurt Eissler von 1945 bis 1949, seine Frau Ruth Eissler einschließend, mit seinem Wiener Mentor August Aichhorn, dem »zutiefst innovative(n) Begründer eines neuen Felds psychoanalytischer Praxis« (S. 6), geführt hat. Der Briefwechsel befindet sich im Nachlaß August Aichhorns, jetzt im Besitz seines Enkels Thomas Aichhorn.
In der Einleitung erfährt der Leser etwas über den Beginn des Kontaktes im Wien der Zwanzigerjahre, während deren Eissler als Student »die 10 Jahre, in denen man am empfänglichsten ist« (S. 11) fast in der Rolle eines Adoptivsohns Mitarbeiter Aichhorns in einer von dessen Erziehungsberatungsstellen war. 1936 war er kurze Zeit sein Analysand, ihm folgend auch Ruth Eissler und schließlich sein Bruder Hans. Darüber hinaus kannte Aichhorn auch Eisslers Mutter, von der Ulrich Weinzierl (S. 109) mitteilt, daß sie zwei Wochen nach dem »Anschluß« gestorben sei, und seine anderen Brüder, nämlich Erik, der, eine tiefe Erschütterung auslösend, im Oktober 1943 in Auschwitz ermordet wurde, und Rolf, den späteren Augenarzt in San Francisco. Kurt und Ruth Eissler verließen Wien im März 1938. Aichhorn hatte offenbar angekündigt, er werde auswandern, sollte es zur Machtergreifung der Nationalsozialisten kommen. Er blieb dann aber, weil sein älterer Sohn August am 11. März 1938, also einen Tag vor dem Einmarsch Hitlers, beim Versuch, nach Ungarn zu flüchten, verhaftet worden und auf väterliche Hilfe angewiesen war. Gegen das Verbot arbeitete er mit einer Anerkennung seines Ausbildungsseminars durch das Deutsche Insti