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Wohl kaum eine Debatte in der Geschichte der Kinderpsychiatrie wurde so heftig geführt wie die Kontroverse um Ursachen, Erklärungsmodelle und Behandlungsmöglichkeiten der sogenannten Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS). Nur wenige Psychoanalytiker haben sich in diese Debatte eingebracht. In dieser Arbeit werden verschiedene theoretische Annäherungen der heutigen pluralistischen Psychoanalyse an dieses Störungsbild skizziert. Die Konzeptualisierung der Frankfurter Präventionsstudie beruhte, wie anschließend diskutiert wird, auf solchen psychoanalytischen und interdisziplinären Diskursen zur Genese, Prävention und Behandlung von Kindern mit einer frühen Affektregulationsstörung. Einige ihrer Ergebnisse werden vorgestellt. Zwei ausführliche Fallbeispiele dienen als Plädoyer für eine psychoanalytische Behandlung von sogenannten »ADHS«-Kindern, da sie, so die These der Autoren, eine nachhaltige psychische und psychosoziale Veränderung bewirken kann.