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In der gegenwärtigen kontroversen Diskussion um die sogenannte Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung verbinden sich die deskriptive psychiatrische Diagnose AD(H)S und die medizinischphysiologische Annahme einer funktionellen Störung des dopaminergen Systems zu einem imaginären »Wissen«, worum es sich bei »ADHS« handle. Infolge dieses biologistischen Denkens scheint, gleichsam automatisch, die Frage nach der psychodynamischen Situation des Kindes, nach seinen Konflikten, Ängsten und seinem Unbewußtem nachgeordnet zu sein. Der Beitrag illustriert hingegen am Beispiel einer analytischen Langzeitbehandlung die Entfaltung der zentralen innerpsychischen Konfigurationen des Patienten im Verlauf des therapeutischen Prozesses und darüber stattfindende Veränderungen. Neben der Frage nach Störungen der frühen Mutter-Kind-Beziehung steht die Bedeutung des Vaters und des unbefriedigten »Vaterhungers« als dynamisch wirksamer Faktor in der Entwicklung der Jungen im Zentrum. Auch Fragen nach notwendigen Veränderungen der Behandlungstechnik werden diskutiert.