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Der Beitrag präsentiert die These, daß die zunehmende Verbreitung der Diagnose AD[H]S und die mit ihr gerechtfertigte psychopharmakologische Behandlung einen spezifischen Diskurs in Gang setzt, der die gesellschaftliche Perspektive auf Körper und Psyche samt der damit verbundenen sozialen Kategorien von Gesundheit, Generation und Geschlecht verändert. Anhand breit zusammengetragener Befunde zur Bedeutung der AD[H]S-Medikation, zu bestehenden Wirkungserwartungen an die Medikamente sowie zum alltäglichen Medikamenten-Moni-toring werden die intersubjektive und die subjektive Dimension dieses Diskurses veranschaulicht. Es zeigt sich, daß und wie der AD[H]S-Dis-kurs mit seinen normativen Implikationen zu einem relevanten Anteil an der Subjektkonstitution der Symptomträger wird. Daß die betroffenen Kinder und Jugendlichen in diesem Diskurs keine eigene Stimme haben, stellt eine gravierende Forschungslücke dar.