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Hyperaktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen nehmen in einer Zeit zu, in der sich die Lebensverhältnisse immer stärker beschleunigen, Zeitverknappung und Reizüberflutung weite Teile des Alltagslebens bestimmen. Den sich schnell verändernden kulturellen Rahmenbedingungen wird nachgegangen und gezeigt, daß erstaunliche Analogien zwischen einer in wichtigen Segmenten erregten Gesellschaft und der inneren Problematik hyperaktiver und aufmerksamkeitsgestörter Kinder existieren. Aufgrund einer unzureichenden Symbolisierungsfähigkeit transformieren diese Kinder ihre inneren Spannungen in direkte Aktionen. Erregung ersetzt für sie Bedeutung, als Schutz vor psychisch nicht integrierbaren Ängsten und elementaren Gefühlen der inneren Leere. Auch wenn innere und äußere Realität unterschiedlichen Welten angehören und sich gradlinige Ableitungen verbieten, finden sich starke Argumente für die gesellschaftliche Bedingtheit des hier diskutierten Phänomens. Sie sind mit den Erkenntnissen der neueren Hirnforschung gut vereinbar, stellen aber den Mainstream der ADHS-Forschung vor einige Probleme.