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Mit diesem Buch möchten die Autorin und die Autoren wie eingangs zu erfahren ist - den Leserinnen und Lesern einen Einblick in ihre »Werkstatt« vermitteln. In der Tat hatte ich beim Lesen oft den Eindruck, ihnen über die Schulter zu schauen und ihre therapeutische Arbeit fast »live« verfolgen zu können. Schon die Grundlagen werden reichhaltig mit kasuistischen Beispielen verdeutlicht, und im zweiten Teil beeindruckt bei der Darstellung der Behandlungen, wie »stimmig« das therapeutische Vorgehen immer wieder auf die konzeptionellen sowie psycho und beziehungsdynamischen Überlegungen der Behandler zurückgeführt wird.
Insgesamt gliedert sich das Buch in drei Teile: neben zwei größeren gibt es noch einen dritten, schmaleren Abschnitt, in dem es um die Bedeutung familienorientierter Selbsterfahrung, um Supervision sowie um Möglichkeiten der Weiterbildung und um Abrechnungsfragen geht.
Im ersten Teil werden Grundkonzepte, Vorgehensweisen, Techniken und Indikationen vorgestellt. Hier zeigt sich das eigene Profil der Autorin und der Autoren vor allem darin, daß sie neben der Beschäftigung mit Themen wie Loyalitätsbindungen, Delegationen, Parentifizierungen und Rollenzuschreibungen besonderes Augenmerk auch auf die Bedeutung der »Mehrgenerationenperspektive« legen, die auf der Erfahrung gründet, daß schwere seelische Erkrankungen meist nicht allein auf Störungen der Eltern-Kind-Beziehung zurückzuführen sind, sondern daß sich wesentliche Wurzeln auch in unverarbeiteten Konflikten und Traumatisierungen in den Ursprungsfamilien der Eltern finden, die zu erstarrten Beziehungsmustern führen und in die Gegenwart hineinwirken. Dieses Verständnis schließt stärker als andere therapeutische Richtungen die Bedeutung von soziohistorischen Strömungen und ihre ideologischen und traumatischen Auswirkungen (etwa des Nazi-Regimes oder der DDR-Diktatur) auf Familien und ihre Mitglieder mit ein. Eng verbunden mit diesem, mehrere Generationen einbeziehenden Verständnis ist auch die Bedeutung von