You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Am Beispiel von Textsegmenten eines chronisch schizophrenen Patienten aus der Heidelberger »Sammlung Prinzhorn« untersucht der Aufsatz zwei Typen von Neologismen im Bereich der psychotischen Sprache: die Verdichtung und die Kontamination (Wortverschmelzung). Beide Neologismen werden als Phänomene des Primärprozesses verstanden und aus vorwiegend sprach- und literaturwissenschaftlicher Sicht analysiert. Es wird gezeigt, daß die psychotische Sprache trotz aller Dunkelheit einen kommunikativen Zweck verfolgt und eine gewisse »Bedeutungsaura« (Arieti) vermittelt. Methodisch ergibt sich hieraus die Notwendigkeit, Tiefenhermeneutik unter antihermeneutischem Vorbehalt zu betreiben (und umgekehrt).