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In den ambulanten und stationären Einrichtungen der psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland tauchen immer mehr Patienten mit Migrationshintergrund auf. Auch auf der Seite der Professionellen, die im Bereich Psychotherapie arbeiten, nimmt der Anteil der Immigranten bzw. Kinder von Immigranten zu. Interkulturalität ist zur psychotherapeutischen Alltagssituation geworden. Entsprechend wächst der
Bedarf an Wissen über interkulturelle Psychotherapieprozesse und an praxisnahen Konzepten für den Umgang mit dem »Fremden« im Therapiealltag.
Das Buch des amerikanischen Psychoanalytikers Akhtar, das im Original 1999 erschienen ist und nun als deutsche Übersetzung vorliegt, sticht aus der Vielzahl der zuletzt erschienenen Publikationen zum Themenkomplex »Migration und Psychotherapie« heraus. Seine praxisnahen Überlegungen zeugen davon, daß sich auch in einer globalisierten Welt, die Patienten und Therapeuten mit hybriden Identitäten hervorbringt, effektiv und zum Teil auch unkonventionell mit psychoanalytischer Haltung und Theorie arbeiten läßt. Die zahlreichen Fallvignetten des Autors sind in ihrer Lebendigkeit eindrucksvolle Beispiele für gelungene interkulturelle Psychotherapiearbeit, die kulturelles »Nicht-Verstehen« als Zugang zum Unbewußten nutzt.
Für Akhtar bedeutet Immigration stets eine tiefgreifende Verlusterfahrung und Krise, für deren Bewältigung ein Trauerprozeß stattfinden muß. Nur wenn für diesen Trauerprozeß ausreichend innerpsychische Ressourcen, psychosoziale Unterstützung und Raum zur Verfügung stehen, kann der Immigrant die Herausforderung des Exils als etwas die Identität Bereicherndes nutzen und die fremde Umgebung verliert ihre Bedrohlichkeit. Entgegen einem Trend vieler Abhandlungen zum Thema »Migration und Identität«, in denen vor allem die Potentiale und Chancen hervorgehoben werden, die das Ereignis Migration für die psychosoziale Entwicklung bringen kann, rückt hier also das Trauma wieder in den Vordergrund der Betrachtung.
Akhtars Buch ist du