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In der vorliegenden Arbeit wird versucht, Groll, Scham und Zorn als narzißtische Zustände anhand der Rolle des Blicks zudifferenzieren. Während im Groll der Blick anklagend von unten nach oben gerichtet ist, sieht sich der Beschämte einem Objekt gegenüber, das in demütigender Absicht auf ihn herabblickt. Im Zorn hingegen ist der Blick verurteilend von oben nach unten gerichtet. Alle drei Gefühlszustände können zum Ausgangspunkt pathologischer Persönlichkeitsorganisationen werden. Anhand von klinischen Beispielen werden Abwehrbewegungen und Übergänge zwischen diesen Positionen beschrieben. Dabei kann die Richtung des Blicks umgekehrt werden und das Auge wird jetzt dazu benutzt, um in den anderen einzudringen und ihn zu kontrollieren. Ebenso wie Groll und Scham kann Zorn dazu dienen, depressive Konflikte zu umgehen. Durch das Vorherrschen dieser Gefühle werden Wiedergutmachungsbestrebungen blockiert, was zur Chronifizierung von Rückzugszuständen beiträgt. Der Autor diskutiert einige der daraus resultierenden behandlungstechnischen Probleme. Während bei Groll und Scham die Themen Gerechtigkeit und Verletzung eine wichtige Rolle spielen, scheinen dem Zorn fundamentalistische Überzeugungen moralischer oder religiöser Art zugrunde zu liegen. Abschließend werden Demut, Verehrung und Zerknirschung als Abwehrformen von Zorn beschrieben.