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Sozialwissenschaftliche Theorien unterscheiden heute zwischen dem reaktiven und dem proaktiven Typ aggressiven Verhaltens. Daneben gibt es eine Gruppe von Gewalttätern, die »intrinsisch« motiviert zu sein scheinen, weil sie ohne ein erkennbares äußeres Ziel sehr aggressiv handeln. Empirische Befunde und langjährige Erfahrungen in der Arbeit mit diesen Jugendlichen und Heranwachsenden unterstreichen zunächst die Eigenständigkeit dieses Typs. Eine Untersuchung der bewußten und unbewußten Handlungsmotive zeigt aber, daß auch der »intrinsische« Gewalttäter insofern reaktiv handelt, als er auf früh erlittene Verletzungen reagiert, von denen er sich projektiv-identifikatorisch zu entlasten sucht. Viele dieser gewalttätigen Jugendlichen und Heranwachsenden sind voller Selbstverachtung. Sie ziehen mit einem diffusen Groll durch die Welt und suchen fast beliebige Opfer, an denen sie sich »rächen« können. Der Autor nennt sie »ressentimentgeladene Gewalttäter«.