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Die südafrikanische Wahrheits- und Versöhnungskommission gilt als beispielhaft für die kollektive Bearbeitung gesellschaftlicher Traumatisierungen. Die Herausforderungen dieser Bearbeitung - oszillierend zwischen Heilung, Bestrafung und Versöhnung - verweisen auf einen um die Schuldfrage kreisenden Konflikt. Der Artikel untersucht das südafrikanische Modell gesellschaftlicher Bearbeitung von politisch bedingten Traumatisierungen anhand ausgewählter Anhörungsausschnitte. Es wird der Frage nachgegangen, ob und wie auch kollektive Vergangenheitsbearbeitung mit der Freudschen Trias von »Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten« verstanden werden kann und welche institutionellen und diskursiven Zugänge sich im südafrikanischen Beispiel beobachten lassen. Eine Untersuchung der manifesten und latenten Bearbeitungsebenen verdeutlicht eine paradoxale Aufladung der gesellschaftlichen Erinnerungsarbeit in Südafrika, die spezifische Abwehrformen für die sozialen Konflikte notwendig machte.