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Der Artikel stellt das Forschungsprojekt Geschichte und Erinnerung dar. Durch ein interdisziplinäres Team wurden Interviews mit Anhängern des Nationalsozialismus durchgeführt und tiefenhermeneutisch ausgewertet. Das methodische Vorgehen (Analyse der Gegenübertragungen) und die Forschungsergebnisse werden zusammengefaßt. Marks leitet eines der Ergebnisse her: den Zusammenhang zwischen Scham und Nationalsozialismus. Ausgehend von grundlegenden Informationen über Scham, ihre Entwicklung und Abwehrformen, wird exemplarisch ein Ausschnitt aus einem Interview mit einem ehemaligen Hitler-Anhänger analysiert. Daraus wird die These abgeleitet, daß viele Deutsche den Versailler Vertrag, die Kriegsniederlage, Schulden, Armut, Arbeitslosigkeit und Geldentwertung der Weimarer Republik als beschämend erlebten. Diese Gefühle vermochte der Nationalsozialismus zu instrumentalisieren, indem er seinen Anhängern Schamabwehr anbot und legitimierte; u. a. dadurch, daß Juden und Regimekritiker beschämt, verachtet, ausgeschlossen und vernichtet wurden. Abschließend thematisiert Marks die Nachwirkungen der »deutschen Scham« für die bundesrepublikanische Gesellschaft.