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Die Möglichkeit der Durchleuchtung des Menschen in ihrer Ambivalenz von Nutzen und Gefährdung läßt sich aus der Perspektive der unterschiedlichsten Fachbereiche der Natur- und Geisteswissenschaften diskutieren. Juristen, Datenschützer und Politiker beschäftigen sich ebenso wie Naturwissenschaftler mit den wachsenden technischen Möglichkeiten, Daten über Verhalten, Denken und Gefühle Einzelner zu erfassen, zu speichern und zu verschiedenen Zwecken zu nutzen. Dabei ist der Begriff des »gläsernen Menschen« zum Synonym für den immer weitergehenden Zugang und Zugriff auf bisher Privates geworden. In einer filmischen Inszenierung, die von der Wirklichkeit inzwischen eingeholt scheint, hat der australische Regisseur Peter Weir 1998 mit seinem Film Die Truman Show diese Tendenzen aufgegriffen und künstlerisch bearbeitet. Im Mittelpunkt des Films steht der Versicherungsvertreter Truman Burbank, der ohne sein Wissen Protagonist einer rund um die Uhr ausgestrahlten Fernsehserie ist, in der das Leben eines Menschen von Geburt an aufgezeichnet und live im Fernsehen präsentiert wird. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde Truman schon vor der Geburt von der Firma des Produzenten der Serie, der im Film als »Christof« auftritt, adoptiert und in einer künstlichen Stadt untergebracht, die unter einer riesigen, nur scheinbar grenzenlosen Kuppel liegt. Dort wächst er auf, umgeben von Schauspielern und ständig beobachtet von über 5000 Kameras, die ihn in allen Situationen einfangen. Die Finanzierung der Show erfolgt vor allem durch Schleichwerbung, sogenanntes »Product Placement«.
Peter Weir ist 1944 geboren und begann gegen Ende der 1960er Jahre Filme zu drehen. Die ersten Filme handeln von grotesken Geschichten, zum Beispiel Die Autos, die Paris auffraßen, Picknick am Valentinstag oder das Endzeitdrama Die letzte Flut. Bekannt wurde er mit seinem Film Der Club der toten Dichter, der die Geschichte des Einflusses eines Lehrers auf seine Schüler erzählt, der in seinem Unterricht mit unkonven