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Daß bei Nachkommen von Überlebenden der Shoa häufig ein Wiederholen der Erfahrungen der ersten Generation beobachtet wurde, hängt mit der Erosion der Fähigkeit zusammen, im Trauma-Bezirk einigermaßen verläßlich zwischen äußerer und innerer Realität unterscheiden zu können. Dies wiederum ist Folge der notwendigen dissoziativen Abwehr des extremtraumatischen Geschehens in den betroffenen Familien. Anhand von klinischem Material wird gezeigt, daß es in der psychoanalytischen Arbeit mit Patienten der Nachfolgegenerationen in einer bestimmten Phase erforderlich sein kann, durch temporäres Suspendieren der Deutungsaktivität die Prüfung und Etablierung der Shoa als faktischer Wirklichkeit zu erleichtern, weil dies den Übergang vom Wiederholen zum Erinnern fördert. Zugleich impliziert dies eine Gegenposition zu der in jüngster Zeit vertretenen Auffassung, daß von kurativer Effizienz vorwiegend das sei, was sich im Hier und Jetzt der analytischen Situation aus dem unmittelbaren Übertragungs-Gegenübertragungs-Geschehen hinsichtlich des im impliziten Gedächtnis Gespeicherten erschließen lasse. Das im folgenden diskutierte klinische Material zeigt, daß und warum im TraumaKontext die herkömmliche psychoanalytische Rekonstruktionsarbeit, also die Berücksichtigung der äußeren Realität und des im expliziten, im autobiographischen Gedächtnis Enkodierten, unentbehrlich ist.