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Primo Levis Gedicht »Denket, daß solches gewesen« (Ist das ein Mensch? Turin 1947) steht am Anfang dieser 2001 geschriebenen bewegenden Autobiographie des 73jährigen, 1928 im polnischen Lodz als Aron Pruszinowski geborenen, in Philadelphia lebenden Forschers und Psychoanalytikers Henri Parens. Und Primo Levi zu Ehren ist das erste Kapitel überschrieben »Incominciamo«, »Laßt uns beginnen« mit der »Erneuerung des Lebens, der Heilung vom Holocaust« nämlich, wie der Titel RenewalofLife. Healingfrom the Holocaust des amerikanischen Originals zutreffend lautet, da wir nicht nach dem Holocaust, sondern mit seinen nicht getilgten Folgen leben. Das Foto des Titelblatts zeigt ihn als Vier- oder Fünfjährigen im festen Griff seiner Mutter, die 1942 nach Auschwitz deportiert und dort wie sein Bruder, sein Vater und unzählige Familienangehörige bis auf drei Cousins und Cousinen ermordet wurde, aber zeitlebens in ihm lebendig blieb. Die Erfahrung des Holocaust ist bestimmend für seine Lebensarbeit geworden, in der er sich Vorbeugungsstrategien gegen von Menschen durch Mißbrauch, Gewalt und bösartige Vorurteile verursachte Traumata gewidmet hat. Der Autor selbst war schon vier Monate in Amerika, mit 49 Flüchtlingskindern dorthin gekommen, als die Mutter am 14. August 1942 nach Auschwitz geschickt wurde, ein Datum, über das er gegen seinen Widerstand, genau zu wissen, durch einen Brief von Serge Klarsfeld informiert wurde. 60 Jahre später beginnt er mit der Niederschrift seines persönlichen, nicht fachlichen »Zeugenberichts«. Er hat lange mit sich gerungen, Zeugnis abzulegen, sich das Geschehene, den von den Nazis gestohlenen Teil seines Lebens, das Leben, wie es hätte sein können, zu vergegenwärtigen. In einem Prozeß der Nachträglichkeit vergleicht er trauernd jenes verlorene Leben mit dem über das zu erwartende Maß hinaus erfüllten seiner wirklichen Geschichte.
»Was mit meiner Welt passierte« überschreibt Parens das erste Kapitel, das mit dem Überfall der Deutschen auf Belgien am 1