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Vor einiger Zeit erregte ein vermeintlich unveröffentlichter Brief Freuds an Chaim Koffler, den Vertreter des zionistischen Vereins Keren Hajessod, dem damaligen palästinensischen Stiftungsfonds, psychoanalytische Kreise nicht nur in Frankreich.1
Tatsächlich wurde dieser Brief bereits 1973 vollständig veröffentlicht und dann noch weitere Male, zum Beispiel 1973 von Peter Loewenberg und 1978 von Avner Falk in dessen Artikel »Freud and Herzl«. Wir selbst haben in unserem 1988 erschienenen Werk Freud et le sionisme eine französische Übersetzung samt Kommentar vorgelegt. Teile des Briefs2 erschienen 1992 in französischer Fassung zusammen mit dem deutschen Wortlaut in Sigmund Freud, Chronique la plus brève. Carnets intimes 1929-1939 [dt.: Freud 1992i, S. 102]. Auch in Yosef Hay-im Yerushalmis Buch Freuds Moses. Endliches und unendliches Judentum (1992) wurde er abgedruckt (S. 31f.).
In seinem Artikel weist Michele Ranchetti ohne nähere Angaben auf eine Publikation in hebräischer Sprache 1954 und auf die Herbstnummer des Los Angeles Psychoanalytical Bulletin von 1973 hin.
Das Verständnis dieses Briefes hat nicht unwesentlich beeinflußt, daß er als unveröffentlicht galt. Er wurde allgemein im Sinne einer feindseligen Haltung