You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Kein Psychoanalytiker hat im Nachkriegsdeutschland eine solche öffentliche Beachtung gefunden wie Alexander Mitscherlich. Seine Annäherung an die Psychoanalyse und sein Eintritt in die Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV) verliefen jedoch zögernd und stockend. Er löste sich dabei von der Medizinischen Anthropologie seines Lehrers Viktor von Weizsäker und gelangte erst über eine noch stark psychotherapeutisch geprägte Einstellung zu einer überzeugten Vertretung der Psychoanalyse, auf die er sich klinisch insbesondere in der Psychosomatik stüzte. Seinen breiten außerklinischen Interessen entsprechend wandte er - nicht unumstritten in der DPV - psychoanalytische Theorien auch auf kulturelle, politische und soziale Themen an. Er lieferte damit entscheidende Anregungen für eine Erweiterung des Denkens in der DPV bei gesellschaftsbezogenen ebenso wie klinischen Themen.