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Ich möchte zunächst Herrn Stehr für seinen kritischen Kommentar danken, und ich freue mich, daß die Psyche damit ihr Forum für klinische Kontroversen fortsetzt. Die Frage, wie der Psychoanalytiker mit seinem Patienten arbeitet und wie er seine Arbeit dokumentiert und präsentiert, ist ja von großem klinischem Interesse. Kritische Kommentare laden dazu ein, die eigenen psychoanalytischen Konzepte zu durchdenken, zu schärfen und zu überprüfen.
Worum geht es? Es geht zentral um unterschiedliche Konzepte über die Herkunft und Qualität von Aggression und Destruktivität und um eine divergente Konzeptualisierung der analytischen Beziehung und der Behandlungstechnik. Was geschieht, wenn der Analytiker in heftige, feindselige Gegenübertragungen verstrickt ist oder vorübergehend aus seiner analytischen Rolle fällt? Wie bewertet er Enactments? An welchen Konzepten orientiert er sich, um das unbewußte Geschehen zu verstehen? Welche Deutungen/Antworten gibt er dem Patienten?
Ich will außerdem einige Gedanken zum »reaktiven« Aggressionskonzept formulieren, an dem Stehr sich mit Fromm, Kohut, Lichtenberg und Lachmann orientiert, und noch einmal präzisieren, weshalb ich diese Tradition weitgehend beiseite gelassen und mich statt dessen auf Freuds Metapsychologie des Todestriebs konzentriert habe. Meine Gedanken zum Todestrieb - Zentrum meiner Überlegungen im zweiten Teil meiner Arbeit (S. 542-547) - läßt Stehr leider ganz beiseite und folgt einer problematischen Kritik am Aggressionstrieb als »Ein-Personen-Psychologie«.
Wenn sich eine psychoanalytische Theorie oder Strömung einen Namen gibt, so verweist dieses Kürzel in der Regel auf das Kernstück dieser Theorie. Dabei ist für mich in diesem Fall die originäre sprachliche Bedeutung des »Intersubjektivismus« von Interesse, an dem Stehr sich orientiert: das »Intersubjektive«. Wie läßt sich Stehrs Verständnis des Intersubjektiven von meinem unterscheiden? Denn auch in meiner Arbeit geht es um Intersubjektivismus »pur«: feindselige Gegenüb