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Sven Olaf Hoffmann, der legendäre Mitbegründer der OPD (Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik) und langjährige Leiter der universitären Psychosomatischen Klinik in Mainz, hat nach seiner Emeritierung 2004 der Psychoanalyse und der Psychotherapie zum Glück nicht den Rücken gekehrt. Und so veröffentlicht er jetzt ein nach dem äußeren Format kleineres, jedoch interessantes, indirekt provokatives Buch über die Behandlung von Angststörungen, welches eine wertvolle Zusammenfassung seiner Erfahrungen auf dem Gebiet enthält und zugleich für viele seiner psychoanalytischen Kollegen (er ist ja selbst Psychoanalytiker) wahrscheinlich eine Herausforderung sein wird. Allein das für viele Psychoanalytiker eher befremdliche Wort »Manual«, zumal zusammen mit der Bezeichnung psychodynamische Therapie (im Titel), wird dafür sorgen.
Es handelt sich gleichsam um einen Leitfaden zur kurzen und mittelfristigen psychotherapeutischen Behandlung der nach dem ICD-10 so genannten »Angststörungen« - als Oberbegriff für generalisierte und phobische Angste ebenfalls ein für Psychoanalytiker zweifelhafter Terminus. Diese Angststörungen sind zum großen Teil - um einen analogen Ausdruck von Hoffmann in bezug auf die Hysterie zu benutzen - die »Erben« der guten alten Angstneurose.
Dies alles soll den psychoanalytisch orientierten Leser jedoch auf keinen Fall davon abhalten, dieses wertvolle und in seiner Dichte und Präzision sehr informative Buch zu lesen. Es stellt in gewisser Hinsicht das Gegenstück zu dem 2006 in der Psyche erschienenen Beitrag meiner früheren Mitarbeiterin Helen Schoenhals Hart (»Angstneurose heute«) dar, welcher zu einer teilweise unnötig scharf gewordenen Auseinandersetzung zwischen der Autorin einerseits und Helmut Thomä bzw. mir andererseits Anlaß gab.
Dort, bei Schoenhals, wird ein einziger, sehr lang psychoanalytisch behandelter Fall mit einer kurzfristigen angstneurotischen Symptomatik geschildert; hier, bei Hoffmann, werden kurze und mittelfristige Behandlungen bzw