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In seinem Roman Hamburger Hochbahn läßt Ulf Erdmann Ziegler (2007) den berühmten Architekten Niehuus behaupten, das Quadrat sei die mathematische Einheit des Raumes; deshalb solle man dieser Urformel beim Bauen folgen, bis zum Würfel und seinen Vielfachen. Als Romanfigur trägt Niehuus Züge von Oswald Mathias Ungers, der bekanntlich die quadratische Form zum Markenzeichen seiner Bauten erhob. In Analogie zum Quadrat als der Einheit des architektonischen Raumes schlage ich vor, das Dreieck als die Einheit des seelischen Raumes zu betrachten, als Urformel des Mentalen. Mit »Dreiecksbeziehungen« sind also keine vertrackten Liebesgeschichten aus dem Kino oder dem wirklichen Leben gemeint, wie wir sie in der familientherapeutischen Literatur finden. Statt dessen verwende ich die Figur des Dreiecks als Metapher für die Topologie der Seele, als ein Bild, das den triangulären Rahmen mentaler Bezogenheit beschreiben soll (Altmeyer 2010, in Vorb.).
Mein Beschreibungsversuch ist ein Beitrag zur psychoanalytischen Konzeptforschung (vgl. Dreher 1998; Leuzinger-Bohleber & Fischman. 2006), reicht aber über die Grenzen psychoanalytischer Konzepte hinaus. Denn auf die Dreiecksmetapher stoßen wir nicht nur in der modernen Psychoanalyse, sondern ebenfalls, wenn auch in andere Theoriesprachen eingebettet, in Nachbardisziplinen wie der Entwicklungspsychologie, den Kognitionswissenschaften, der evolutionären Anthropologie und nicht zuletzt der Sprach- und Sozialphilosophie. Dort finden wir, wenn wir uns gezielt umschauen, immer wieder neue Variationen jenes eigentümlich strukturierten Beziehungskomplexes, für den sich inzwischen disziplinübergreifend der Begriff der Triangulierung eingebürgert hat. Gemeint ist die besondere Form, in der sich ein Subjekt innerhalb seiner physischen und sozialen Umgebung konstituiert, auf diese Umgebung bezieht und mit ihr mental verbunden bleibt. Von einer interdisziplinären Warte aus läßt sich die subjektkonstitutive Dreiecksbeziehung auf eine einfache Gru