You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
»Den Kern der vorliegenden Arbeit bildet die Untersuchung von Träumen aus psychoanalytischen Behandlungen unter dem Aspekt der Affektregulierung und ihrer Veränderung. Dazu wird ein Kodierungssystem verwendet, das von Ulrich Moser und Ilka von Zeppelin […] entwickelt wurde. Die empirische Prüfung dieses Kodierungssystems in einer vereinfachten Form ist das Hauptanliegen dieser Arbeit« (S. 19). Mit dieser knappen, präzisen, aber auch bescheidenen Beschreibung führt die Autorin den Leser in ihr bemerkenswertes Buch ein, das das Ergebnis ihrer Promotion an der Universität Kassel unter der Betreuung von Marianne Leuzinger-Bohleber ist. Die Offenbacher Psychoanalytikerin greift in dieser Arbeit die klinisch-empirischen Untersuchungen von Leuzinger-Bohleber auf und versteht ihre Untersuchung selbst als Teil der Psychotherapie-Prozeßforschung, die vor allem der Frage nachgeht, wie Veränderungen stattfinden, welche Bedingungen dazu notwendig sind und mit welchen Modellen Veränderungsprozesse konzeptualisiert werden können.
Diese Form von Prozeßforschung ist immer Einzelfallforschung, die allerdings nicht mit den üblichen klinischen Darstellungen zu vergleichen ist, die vorallem auch der Kommunikation innerhalb der Psychoanalyse dienen und häufig den Zweck haben, eine zuvor entwickelte Theorie zu illustrieren. Mit welchen Schwierigkeiten der psychoanalytische Forscher konfrontiert ist, wenn er im Gegensatz dazu vorab Hypothesen entwickelt, die dann mittels eines empirischen Verfahrens validiert oder falsifiziert werden sollen, belegt die Untersuchung von S. Döll-Hentschker auf eindrücklichste Weise.
Das Buch gliedert sich in einen ersten, umfangreichen theoretischen Teil und einen zweiten Teil, der die empirische Untersuchung detailliert darstellt. Im ersten Kapitel wird der gegenwärtige Stand der Emotionstheorien aus psychophysiologischer, neurobiologischer, kognitionstheoretischer und evolutionstheoretischer Sicht dargestellt und diskutiert. Die Begriffe Emotion und Affekt w