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Wer heute die 26 Bände der Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse zur Hand nimmt, tut es gewöhnlich, um einen klassischen Aufsatz etwa von Vilma Kóvacs oder Otto Rank zu konsultieren. Das Kleingedruckte zwischen den wissenschaftlichen Beiträgen wird überblättert. Anders steht es bei psychoanalysehistorischen Forschern, die im Bereich der Organisationsgeschichte oder der Biographik arbeiten. Für sie ist das Kleingedruckte die Hauptsache. Denn dort findet sich das vom jeweiligen IPV-Sekretär redigierte Korrespondenzblatt der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung mit den großen Kongreßberichten einschließlich der Sitzungen der Unterrichtskommission, mit den Sitzungsberichten aus den Ortsvereinen, den ab 1927 zusammengefaßten Mitgliederverzeichnissen der IPV (zuvor waren diese Listen den Ortsvereinen zugeordnet), den Mitteilungen des IPV-Präsidiums, den Programmen der Lehrinstitute etc. Und es finden sich dort die rezeptionsgeschichtlich bedeutsamen Nachrichten aus der Rubrik »Psychoanalytische Bewegung«, um die sich Adolf Josef Storfer verdient gemacht hat - schon bevor er Ende 1924 Direktor des psychoanalytischen Verlags wurde.
Erst allmählich lernt man im Lauf der Forscherkarriere, welche Fundgrube diese Quellen sind. Ich nenne wenige Beispiele: Wer auf einen Namen aus der Geschichte der Psychoanalyse stößt, über den er nichts weiß und bei dem die Standardliteratur nicht weiterhilft, kann oft nur noch auf das Korrespondenzblatt rekurrieren. Dort geht aus dem Mitgliederverzeichnis hervor, ob der/die Betreffende IPV-Mitglied war und an welchem Ort. Wenn man in den Bänden vor- und zurückgeht, entdeckt man, wann der Name zuerst und zuletzt auftaucht, und kann daraufhin in den Sitzungsberichten nachschauen, ob ein Datum der Aufnahme genannt ist. Damit hat man wenigstens einen Grundriß der Analytikerkarriere dieser Person. Oder: Jemand will wissen, ab wann, wie oft und zu welchen Themen Edith Jacobssohn in der DPG vorgetragen oder zu Vorträgen anderer Stellu