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»Es ist jetzt möglich geworden, sich selbst zu erkennen«: Thea Bauriedl zitiert in ihrem Beitrag zu diesem bemerkenswerten Buch mit dem sprechenden Titel »Auf der Suche nach den Spuren der Väter - eine kritische Analyse« diesen Satz von Otto Groß (S. 118). Aber wer wüßte nicht, wie schmerzhaft Erkenntnis ist? Ich schreibe diese Rezension aus einem Gefühl tiefer Dankbarkeit für die Herausgeberinnen, die AutorInnen, aber auch für die, die an dem Projekt »Geschichte der Psychoanalyse in München« jahrelang mitgearbeitet haben, ohne in dem Buch als VerfasserInnen zu erscheinen. Das Buch leugnet die Spuren von Verletzungen, Wunden, Kränkungen nicht. So läßt einen die Lektüre teilhaben an einem respektablen Prozeß eigenanalytischer Gruppen- und Organisationsreflexion, der wie jeder analytische Prozeß zur Niederschrift nur angehalten, aber nichts weniger als abgeschlossen werden kann. Eigenanalytische Prozesse verstören, erzeugen Unfrieden, »Risse und Schründe«, mit Adorno zu sprechen, die mühsam und stets um den Preis symptomatischer Ersatzbildungen bis dato verdeckt wurden. Es geht in dem Buch zwar um München, aber um München als symptomatischen Fall: die hier schreiben (bzw. an dem Prozeß beteiligt waren), haben stellvertretend für uns alle die Verstörungen eigenanalytischer Gruppen- und Organisationsreflexion auf sich genommen. Dafür gebührt ihnen Dank und hohe Anerkennung.
Gewiß, die Beiträge dieses Buches sprechen einen unterschiedlich stark an - wie könnte es bei einem Sammelband anders sein, der nicht nur unterschiedliche psychotherapeutische Organisationen aus München und deren Geschichten beschreibt, sondern auch unterschiedliche tiefenpsychologische Schulen, das alles unter dem riesigen Schatten des deutschen Nationalsozialismus und seinen entdifferenzierenden, darin im Kern antijüdischen Fusionsbestrebungen unter dem Namen »deutsche Seelenheilkunde«? Auch unterscheiden sich die Beiträge insofern, als sie original für dieses Buch verfaßt wurden (Thea Bauriedl, Ast