You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Psychoanalyse und Soziologie sind zu Expertenwissen geworden. Beide Wissenschaften haben sich so weitgehend ausdifferenziert und auf Einzelfragen spezialisiert, daß kaum ein Experte einen Gesamtüberblick über seine eigene Wissenschaft als Ganze verfügt. Inter-oder Transdisziplinarität wird unter diesen Umständen zu einem schwierigen Unterfangen. Peter R. Gleichmanns Versuche, die Grenzen verschiedener Fächer zu überschreiten, Brücken zwischen ihnen zu bauen und soziologische, historische, psychoanalytische sowie urbanistische Fragen aufeinander zu beziehen, versprechen, den Austausch zwischen der Psychoanalyse und den Kulturwissenschaften weiter zu fördern. Seine immer wieder geleistete Anstrengung, nach den Erfahrungen zu suchen, die sich zu Wissen und Theorien verdichten, erweist sich als äußert fruchtbares Mittel, zwischen den Disziplinen hin und her zu pendeln und neue, überraschende Zusammenhänge zu erkennen.
Gleichmann (1932-2006) hatte zunächst Architektur studiert und in verschiedenen Architektur- und Planungsbüros gearbeitet, bevor er in Göttingen Soziologie studierte. 1978 wurde er Professor für Soziologie an der Universität Hannover. Diese beruflichen Erfahrungen schlagen sich nieder in einer Reihe von Aufsätzen über Architektur und Zivilisation. Als Psychoanalytiker nimmt man mit Interesse Gleichmanns Überlegungen zur Kenntnis, auf welche Art und Weise sich die Wohnverhältnisse änderten