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Psychoanalyse hinter dem Eisernen Vorhang - eine Tagung über etwas, das es eigentlich nicht gab. János Can Togay, Direktor des Collegium Hungaricum, sprach in seinem Grußwort von einem Traum aus dem Jahr 1983. Gab es wenig Psychoanalyse, so gab es doch Träume. Die ungarische Außenministerin und Schirmherrin der Tagung Kinga Göncz ist seit 1982 Psychoanalytikerin. Die These ihrer Rede zur Eröffnung der Tagung: Wenn es auch wenig Psychoanalyse gab, so doch immer gute Witze als Ausdruck des Unbewußten. Witze, für die Menschen ins Gefängnis gingen. Witze, die den Menschen das Leben in der Diktatur erträglich machten und die Kinga Göncz heute vermißt. Eins wurde schnell klar: hier entboten besondere Menschen - ein Künstler, Schauspieler und Drehbuchautor sowie eine psychoanalytisch geprägte Politikerin - der Psychoanalyse ihr Willkommen. Und das in einem neuen Haus, dessen gläserne Wände die Stadt Berlin mit ihrem Novemberhimmel und Schwärmen schwarzer Krähen zur Kulisse werden ließen.
Die Tagung war Auftakt der Konferenzreihe »Psychoanalyse auf der Achse Budapest-Berlin«. Die engen Wechselbeziehungen zwischen den beiden Hauptstädten, die für die Psychoanalyse von großer Bedeutung waren, fanden mit dem Nationalsozialismus ihr vorläufiges Ende. Die Veranstalter ließen die Reihe mit der jüngsten Geschichte beginnen. Am Beispielvon Ungarn und Ostdeutschland wurde die Frage nach dem Schicksal der Psychoanalyse im Kommunismus aufgeworfen. Stalin bekämpfte die Psychoanalyse ideologisch und verfolgte ihre Träger. Sie ging unter. Die Tagung setzte sich zur Aufgabe, die Leerstellen, die die Psychoanalyse hinterlassen hat, als weiße Flecke auf der Landkarte der Geschichte der Psychoanalyse zu umkreisen.
André Haynal, der wie so viele ungarische Psychoanalytiker emigrierte, gab in seinem Eröffnungsvortrag eine Übersicht der Geschichte der ungarischen Psychoanalyse. Diese begann im freien intellektuellen Klima im Budapest der Jahrhundertwende. Große Hoffnungen wurden in die Entwicklun