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Über den Händedruck hinausgehende Berührungen des Patienten, Körperarbeit und vergleichbare »Grenzüberschreitungen« im Kontext psychoanalytischer Behandlung werden vom Mainstream des psychoanalytischen Diskurses als mitunter schwerwiegende Abstinenzverletzungen bewertet. Häufig werden sie umstandslos nicht-psychoanalytischen Ansätzen wie Körpertherapie, Gestalttherapie, Bioenergetik und ähnlichen zugeordnet, welche in dieser Perspektive erst recht als problematisch und sicherlich nicht zu Unrecht als anfällig für sexuellen Mißbrauch und sonstige Schädigungen der Patienten gelten. Zu besprechen ist ein höchst voluminöser, sachlicher, fundierter, abgewogener und (selbst-)-kritischer Ansatz, der diese Polarisierung und vielleicht allzu dogmatische Ausgrenzung hinterfragt, ohne die Essentials der Psychoanalyse in Frage zu stellen.
Um meine Bewertung vorwegzunehmen: Es geht hier meines Erachtens weder um probate Ideologie noch um einen theoretischen Paradigmenwechsel im Sinne von Kuhn, noch um Scharlatanerie, vielmehr handelt es sich um das - man könnte sagen: überfällige - Bemühen, schon seit jeher gegebene oder durch die Praxis entstandene und entdeckte Phänomene mehr, als es bislang in psychoanalytischer Theorie und Praxeolo giegeschah, zubenennen, zu fokussieren und zu gewichten. Es geht um eine gleichsam quantitative Erweiterung und Fortentwicklung der Psychoanalyse im mühsamen dialektischen Prozeß von Theorie und Praxis, von Vorhandenem und Neuem. Es geht zugleich im Sinne der Bewahrung psychoanalytischer Prinzipien um die stringente Abgrenzung gegenüber Körperpsychotherapie, Bioenergetik, System- und Gestalttherapie, Familien- und Systemaufstellungen etc. Was von letzteren einseitig und ohne die notwendige psychoanalytische Reflexion sozusagen »blauäugig« praktiziert wird, wird in diesem Buch unbefangen, kritisch und mit Augenmaß für auch aus psychoanalytischer Sicht sinnvolle und gegebenenfalls faktisch immer schon wirksam gewesene Wesenskerne untersucht. Befunden