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Dieses Buch scheint mir überfällig zu sein, denn es versammelt das Wissen über eine von uns Analytikern am häufigsten praktizierte, aber oft verschämt versteckte Behandlungsweise. Der Titel, der die niederfrequente psychoanalytische Psychotherapie thematisiert, gefällt mir, denn damit ist ein Anspruch gestellt, der sich von psychoanalytisch orientierten, psychodynamischen oder ähnlichen Formen abhebt. Wie ich noch zeigen werde, wird dieser Anspruch immer wieder betont, jedoch kann ein »Ja, aber« nie ganz überwunden werden. Vielleicht ist dieses Buch der Vorläufer für eine Konzeption, die die hier noch immer als Abweichungen vom analytischen Vorgehen gekennzeichneten Momente in einer Theorie der Methode integriert. Erste Ansätze und Wege dazu sind in diesem Buch zu finden.
Der Sammelband besticht zunächst einmal durch die vorangestellten Abstracts zu den insgesamt 12 Kapiteln der verschiedenen Autoren, denn jedes Kapitel ist eine aus sich heraus verständliche und abgeschlossene Einheit. So werden dem Leser ein erster Überblick und eine Einstiegshilfe in das komplexe Feld der niederfrequenten psychoanalytischen Psychotherapien geboten. Geordnet sind die einzelnen Beiträge nach Grundlagen, Technik und Anwendung. Das Gesamt der Beiträge gibt, so die Herausgeber, denen ich mich darin anschließe, »einen Eindruck von der Reichhaltigkeit der Konzeptbildungen in der niederfrequenten psychoanalytischen Psychotherapie« (S. 8). Die meisten Autoren entstammen dem Arbeitskreis Niederfrequente Psychoanalytische Psychotherapie der DPV, ergänzt durch Autoren aus der Gruppe um Otto F. Kernberg (Transference-Focused Psychotherapy, TFP) und der Gruppe um Heinz Weiß (Mentalization-Based Treatment, MBT) sowie durch René Roussillon als Vertreter einer französischen psychoanalytischen Tradition.
Die Hinweise auf Übersichtswerke zu relevanten Themen, z. B. der Entwicklung der Behandlungstechnik (vgl. S. 26), geben dem Buch einen Lehrbuch- und Übersichtscharakter bei gleichzeitig großer Detail